Pünktlichkeitsstatistik der Radkersburger Bahn05.12.2018

Pünktlichkeitsstatistik der Radkersburger Bahn 

Seit 07.November 2017 betreibt die Interessensgemeinschaft “Neue Radkersburger Bahn“ eine Whats App Gruppe mit 15 Teilnehmern, die sich gegenseitig Zugsausfälle und Verspätungen der Radkersburger Bahn meldet. 

Sie stehen an einer Bahnhaltestelle der Radkersburger Bahn und es kommt einfach kein Zug? Eine Stimme murmelt Unverständliches aus dem Lautsprecher am Bahnsteig und sie verstehen dabei gerade noch „Wir bitten um Ihr Verständnis!“ Diese sehr unangenehme Situation kann Schüler, Pendler aber auch Gäste ganz schön in die Bredouille bringen, weil wie reagiert der Fahrgast jetzt richtig? Was ist zu tun? Wartet der Anschlusszug? Muss ich zum Bus des Schienenersatzverkehres? 

Mit unserer Whats App Gruppe informieren wir punktgenau und beinahe in Echtzeit über die Ursache des Ausfalles oder der Verspätung und auch über die Konsequenzen. Die Einsteiger in Bad Radkersburg können bspw. so einen nicht abfahrenden Zug sofort melden und darauf hinweisen ob, und wann ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wird und dass dieser nur die Bushaltestellen anfährt. So können die Einsteiger in Halbenrain noch rechtzeitig zum Kaufhaus Wallner marschieren, wo der Bus die Haltestelle für den Schienenersatzverkehr bedient. Detto in Weitersfeld, Lichendorf und Schwarza, also alle Ersatzhaltestellen, wo es keinen Sichtkontakt zwischen Bahn und Bus gibt.

Rechtzeitig informiert heißt rechtzeitig reagiert und somit rechtzeitig zur Arbeit, in die Schule oder zu einem wichtigen Termin zu kommen!

Heuer werten wir erstmals unsere Ergebnisse nach einem Probejahr aus und können der Radkersburger Bahn ein durchaus positives Zeugnis ausstellen. Von 07.11.2017 bis zum 07.11.2018 sind auf der Radkersburger Bahn insgesamt 7240 Züge gefahren die gemeinsam 224 400 Kilometer auf unserer Bahnlinie zurückgelegt haben. Bei einer so großen Zahl an Fahrten und Kilometern müsste man glauben, dass es sehr viele Zwischenfälle gegeben hat, doch tatsächlich sind die Störungen und „Unregelmäßigkeiten“ im Bahnbetrieb relativ gering. 

Es gab hier und da Kleinigkeiten, wie beispielsweise zwei gemeldete Ausfälle der Fahrkartenautomaten. Schon öfter, nämlich sechs Mal ist die Heizung im Zug ausgefallen und die Fahrgäste mussten im kalten Triebwagen bis Spielfeld zittern. 

Unsere fleißigen „Störungsmelder“ haben uns innerhalb von 12 Monaten insgesamt 24 Verspätungen gemeldet, die nicht aufgeholt werden konnten, oder wo zumindest ein Anschlusszug nicht gewartet hat. 25 Züge sind vom 07.11.17 bis zum 07.11.2018 komplett ausgefallen und nicht zwischen Spielfeld-Straß und Bad Radkersburg gefahren. 

Stellt man diese Ausfälle und die gemeldeten Zugverspätungen in Relation zu den 7240 gefahrenen Zügen so ergibt sich eine Pünktlichkeitsquote von 99,32% für unsere Radkersburger Bahn. Eine doch beachtliche Leistung. Fairer Weise muss man dabei auch erwähnen, dass von 29.06.2018 bis zum 23.07.2018 aufgrund von Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten alle Züge im SEV mit Bussen geführt wurden und dieser Zeitraum aus unserer Beobachtung gestrichen wurde. 

Möchten auch Sie über Verspätungen und/oder Zugausfälle in Echtzeit informiert werden, so senden Sie mir bitte Ihren Namen und Ihre Telefonnummer an +43 664 272 11 99 und ich füge Sie gerne zu unserer Whats App Gruppe hinzu. 

Auf ein baldiges Wiedersehen und gute Fahrt mit der Radkersburger Bahn, Euer Armin klein, Obmann der Interessensgemeinschaft „Neue Radkersburger Bahn“
01.12.1918, Radgona, Obranja, Cmurek01.12.2018
01.december 1918, Radgona, Obranja, Cmurek, Špilje Während und auch nach dem Ersten Weltkrieges war besonders die Radkersburger Bahn ein strategisch wichtiges Ziel. Die gerade einmal 33 Jahre alte Bahnlinie war der modernste Verkehrsweg in der Region und vor allem die einzige Möglichkeit vom Bezirk Luttenberg in das Verwaltungszentrum der Untersteiermark, nach Marburg zu kommen. Aus diesem Grund besetzten die Truppen der SHS die Radkersburger Bahn, stellten territoriale Ansprüche bis 4 Kilometer nördlich der Radkersburger Bahn und gaben unseren Haltestellen am 01.12.2018 analog zur Besetzung Radkersburgs auch slowenische Stationsnamen. Nach vier Jahren und fünf Monaten geht am 11.11.1918 der erste Weltkrieg zu Ende. Die Donaumonarchie ist zerbrochen und die deutschsprachigen Abgeordneten des Reichsrates bildeten am 21.10.1918 eine provisorische Nationalversammlung. Acht Tage später wird in Agram der Staat der Slowenen, Kroaten und Serben ausgerufen. Am selben Tag spricht sich auch Slowenien in Laibach von der Monarchie los und bekennt sich zum neuen Staat der Slowenen, Kroaten und Serben, später Königreich Jugoslawien. Die Zeitung „Slovenec“ fordert am 30.Oktober 1918 ein Gebiet von Radkersburg bis Spielfeld zugunsten des neuen SHS Staates ein, um die Radkersburger Bahn und den so wichtigen Bahnknoten Spielfeld als Druckmittel in der Hand zu haben. In der zweiten Novemberwoche des Jahres 1918 wird in Wien die Republik Deutschösterreich ausgerufen. Da der neugegründete Staat der SHS von der Entente nicht gleich anerkannt wurde entbrannte aufgrund derer Gebietsansprüche um die neue Südgrenze ein intensiver und aufreibender Kampf. Vor Ort wurde gegen diese Gebietsansprüche nur halbherzig interveniert, aber auch von Seiten des Landes Steiermark hielt man sich demonstrativ zurück und lies die Radkersburger mit ihrem ungewissen Schicksal allein. Der Radkersburger Arzt und Bürgermeister Stellvertreter Dr. Franz Kamniker wurde daraufhin Ende Oktober 1918 in Mureck zum Wirtschaftskommissär bestellt, der nun die regionalen Interessen vertreten sollte. Er versuchte die Radkersburger Bahn von heimischen Bezirkstruppen besetzen und somit absichern zu lassen, doch leider gelang das nicht. Weder die neue Wiener Regierung noch die Landesregierung in Graz setzte sich gegen die immer aufdringlicher werdenden Besatzer zur Wehr und ordnete auch für die regionalen Verantwortlichen an, keinen Widerstand zu leisten. Man befürchtete, dass die damals lebenswichtige Versorgung mit Lebensmitteln (Gemüsezüge mit bis zu 40 Waggons wurden aus unserer Region nach Graz und Wien geschickt) gefährdet sein könnten, da es seitens des neugegründeten südslawischen Staates dahingehende Drohungen gab, sollte man sich gegen ihre Forderungen stellen. Am frühen Morgen des 25. November 1918 besetzten slowenische Einheiten den strategisch so wichtigen Bahnhof Spielfeld um ein weiteres Druckmittel für die geforderten Gebietsansprüche in der Hand zu haben. In Spielfeld zweigt die Radkersburger Bahn von der Südbahn ab. Hier müssen auch alle Züge aus dem Übermurgebiet passieren. Zur Sicherstellung der Lebensmitteltransporte gewährte man den Besatzern sogar eine Frachtgüterüberwachung am Radkersburger Bahnhof, wo mit 4 Offizieren und 36 Soldaten das gefahrlose passieren von Güterzügen nach Graz und Wien gewährleistet sein sollte. Der wahre Hintergrund war freilich, dass Major Maister nun auch den strategisch wichtigen Radkersburger Bahnhof in der Hand hatte. Der Besitz der Radkersburger Bahn war für die Slowenen lebensnotwendig, da sie die einzige Verbindung vom Bezirk Luttenberg in das Verwaltungszentrum Marburg war und als Massentransportmittel für ein rasches Verschieben von Kriegsmaterial und Besatzung taugte. Die Besetzung Radkersburgs war von Major Rudolf Maister natürlich von langer Hand geplant und so passierte Anfang Dezember 1918 wenig überraschend das, was zu erwarten war. Am 01.12.1918 setzte sich die 6. Kompanie des Marburger Infanterieregiments mit einem Sonderzug zum „Marsch auf Radkersburg“ in Bewegung. Die von Oberleutnant Benedikt Zeilhofer befehligte Truppe mit 11 Offizieren, 155 Soldaten und zwei Maschinengewehren traf mit dem Sonderzug um 20:45 Uhr am Bahnhof in Radkersburg ein und marschierte mit Trommelwirbel und Trompetenklängen wie ein Kriegsbefreier in der Stadt Radkersburg ein. Gemäß der Anordnung aus Graz durften die regionalen Stellen keinen Widerstand leisten. Dennoch protestierten diese aber schärfstens und forderten den sofortigen Abzug der Okkupanten aus Radkersburg, da sich auf Anraten Kamnikers Radkersburg schon am 31.10.1918 offiziell zur Republik Deutschösterreich zugehörig erklärte. Am 02. Dezember wurde das Postamt und das Steueramt von den Slowenen übernommen, nachdem sie alle militärischen Güter und alle Lebensmittel zuvor konfisziert haben und in der Kavalleriekaserne ihr Quartier bezogen hatten. Von 06. auf den 07. Dezember 1918 wurde auch der Bahnhof Gosdorf von den Truppen der SHS besetzt, wie auch Halbenrain, Purkla, Mureck und Weitersfeld. Um den nun slowenischen Charakter der Radkersburger Bahn auch nach außen hin zu dokumentieren, bekamen die Bahnhöfe und Haltestellen unserer Bahnlinie slowenische Stationsnamen. Radkersburg – Radgona, Halbenrain – Obranja, Purkla ist leider nicht erwähnt, Weixelbaum – Višnja, Gosdorf – Gozdišce, Mureck – Cmurek, Weitersfeld – Trnovo ob Muri, Schwarza – Crnišcine und Spielfeld – Špilje. Die aufmüpfigen und provozierenden Besatzer wurden immer aufdringlicher und so staute sich eine Unzufriedenheit und ein Ärger auf, der am berühmten 04.Februar 1919 in einem bewaffneten Widerstand seinen Höhepunkt erreichte, doch darüber wieder am 04.02.2019 Armin klein, Bahnhof Bad Radkersburg, 29.11.2018 Fotos: Fotosammlung Richard Prettner, Museum im alten Zeughaus 8490 Bad Radkersburg Foto- Requisiten und Dokumentensammlung Armin klein
Ist der letzte Zug für die Radkersburger Bahn bestellt?17.10.2018
Wieder werden die Gerüchte laut, wonach die ÖBB gemäß ihrem selbst definierten Zielnetzplan 2025+ sich von der Radkersburger Bahn trennen möchte. Vom zusperren ist die Rede, aber auch die Übernahme durch die Steiermarkbahn wurde hinter vorgehaltener Hand erwähnt. Ein Treffen von ÖBB Verantwortlichen vor rund 10 Tagen mit zwei Abgeordneten unserer Region soll das Ausstiegsprocedere und den Ausstiegstermin der ÖBB zum Inhalt gehabt haben. Um dieser Verunsicherung entgegen zu wirken habe ich daher heute eine Anfrage an den Verkehrslandesrat Anton Lang gerichtet: 
Herrn Verkehrslandesrat 
Anton LANG 
Landhaus 
A-8010 Graz 
anton.lang@stmk.gv.at
 Bahnhof Bad Radkersburg, 17.X.2018

Sicherung der Radkersburger Bahn 
 Sehr geehrter Herr Verkehrslandesrat Anton Lang,

hartnäckig halten sich die Gerüchte, wonach die Radkersburger Bahn geschlossen werden soll. Hinter vorgehaltener Hand wird von einem Treffen von ÖBB Vertretern mit Herrn Landtagsabgeordneten Anton Gangl und Herrn Nationalratsabgeordneten Walter Rauch aus Bad Gleichenberg gesprochen. Bei diesem Treffen sollen nach unbestätigten Gerüchten der Ausstieg der ÖBB aus dem Betrieb der Radkersburger Bahn besprochen und terminisiert worden sein. Für den Wahrheitsgehalt dieses Gerüchtes spricht nach Expertenmeinungen die Tatsache, dass es für das Jahr 2019 keine weiteren Sanierungsmaßnahmen der Infrastruktur der Radkersburger Bahn gibt (Baubetriebsplan ÖBB), sowie die Tatsache, dass die ÖBB keinerlei Attraktivierung der Radkersburger Bahn zulässt. Weiters schwebt die Einhaltung des ÖBB Zielnetzplanes 2025+ mit der inkludierten Schließung der Radkersburger Bahn wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Radkersburger. 

Sehr geehrter Herr Landesrat Anton Lang, ich möchte Sie daher als zuständigen Verkehrslandesrat in der Steiermark im Namen der Pendler, unserer Bahnkunden, der Gesundheits- und Radregion Leibnitz – Mureck – Bad Radkersburg (Mur Radweg) und auch im Namen der Bevölkerung fragen, ob es der Wahrheit entspricht, dass die Radkersburger Bahn geschlossen werden soll und wenn ja, welche Gegenmaßnahmen gegen diese destruktive Schwächung unserer ohnehin nicht bevorzugten Grenzregion getroffen werden können, um die eventuelle Schließung noch zu verhindern.  
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Ängste zerstreuen könnten, dass eine der wichtigsten Infrastruktureinrichtungen in unserer Region gefährdet erscheinen. Gerade in Zeiten des Klimawandels wäre es ein fatales Zeichen den öffentlichen Verkehr in unserer Region derart zu schwächen, anstatt durch geeignete Gegenmaßnahmen die Fahrgastzahlen zu vervielfachen. Der Umstieg vom Zug auf das Auto wäre vorprogrammiert. Der für den Bahnverkehr eingesetzte Busverkehr würde die Fahrgastzahlen und in weitere Folge die Buskapazitäten stetig senken (wie schon etliche gleiche Beispiele gezeigt haben) was letztendlich zu einem endgültigen Erliegen des öffentlichen Verkehrs an Samstag, Sonn- und Feiertagen bei uns führen würde. 
Geschätzter Herr Landesrat Lang, ich danke für ihre Rückantwort und sende Ihnen beste Grüße von der Radkersburger Bahn,
 Armin klein, Obmann der 
Interessensgemeinschaft 
„Neue Radkersburger Bahn“
Warten auf eine neue Bahnbrücke.24.09.2018
Ein schöner Artikel über unsere Bahnanbindung von Bad Radkersburg nach Gornja Radgona im Standard vom 24.09.2018, geschrieben von Andreas Stangl.
Reisekomfort in den Sommermonaten27.08.2018
Das Reisen in der heißen Jahreszeit ist speziell in den Zügen 4135 und 4141 eine echte Qual und die Pendler müssen Temperaturen aushalten, bei denen der Tierschutz bei in Auto eingesperrten Hunden kurzen Prozess machen würde. Menschentransporte werden unter diesen Umständen offensichtlich toleriert. Wir wissen auch, dass wir lauf Beförderungsbedingungen der ÖBB kein Anrecht auf einen "adäquaten Transport", ja nicht einmal ein Anrecht auf einen Sitzplatz haben, aber bitte bedenken Sie doch, wir schreiben das Jahr 2018 nach Christus und die ÖBB ist ein Dienstleistungsbetrieb. Lesen Sie dazu unsere Anfrage an die ÖBB Personenverkehr AG. Die Antworten der ÖBB Facebook Gruppe sind zwar bemüht und deeskalierend verfasst, sie sind aber leider unbefriedigend und aussichtslos.
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