Spezialführung 135 Jahre Radkersburger Bahn03.10.2020
Nachdem die „Lange Nacht der Museen“ dieses Jahr leider abgesagt werden musste, wird die Spezialführung „135 Jahre Radkersburger Bahn“ am 3. Oktober nicht im Museum sondern im öffentlichen Raum durchgeführt. Auch bei dieser Veranstaltung müssen wir alle Sicherheitsmaßnahmen einhalten, deswegen ist die Teilnahme auf 20 Personen begrenzt. Die Karten sind nur im Vorverkauf ab 23. September im Museum im ersten Stock, zu den Öffnungszeiten (DI, MI, FR, SA 14.00 – 18.00 Uhr) erhältlich. Wir bitten Sie, auch einen Mund-Nasen-Schutz mitzuführen. Treffpunkt: 10.00 Uhr, Bahnhof Bad Radkersburg Spazierweg: Bahnhof – Grenzbrücke, ca. 2 Km Dauer: ca. 1,5 Stunden Preis: 3,00 € Tel.: 0664 80 849 103 LG Mateja Mateja Mocnik Museum im alten Zeughaus und Stadtarchiv der Stadtgemeinde Bad Radkersburg Emmenstraße 9 8490 Bad Radkersburg Tel: 03476/3500 103 00 Mobil: 0664/808 49 103 www.museum-badradkersburg.at
Radio Agora: 135 Jahre Radkersburger Bahn29.08.2020

Letos mineva 135 let železniške povezave Gradec-Radgona (Bad Radkersburg) in 130 let železniške povezave do Ljutomera. Gost tokratne oddaje Skozi zgodovino in kulturo bo Armin Klein, predsednik društva »Nova radgonska železnica«, dober poznavalec tako zgodovinskih kot aktualnih razmer v železniškem prometu. Društvo si že vrsto let prizadeva ohraniti železniško povezavo do avstrijske Radgone za potniški promet ter z železnico ponovno povezati  avstrijsko in Gornjo Radgono.

Wir feiern in diesem Jahr 135 jähriges Jubiläum der Bahnlinie Graz-Radkersburg und 130 jähriges Jubiläum der Bahnverbindung bis Ljutomer. Gast der Sendung »Durch Geschichte und Kultur« ist diesmal Armin Klein, Obmann der Interessensgemeinschaft »Neue Radkersburger Bahn«. Armin Klein ist ein guter Kenner der Geschichte der Bahn. Mit seinem Verein kämpft er schon lange für die Erhaltung der Bahnlinie nach Bad Radkersburg und er würde gerne die Städte dies und jenseits (also mit Gornja Radgona) der Mur wieder mit einer Eisenbahnbrücke verbinden.

http://tempuri.org/tempuri.html




Zusammenfassung der Clubsitzung vom 26.08.202027.08.2020

Zusammenfassung der Clubsitzung vom 26.08.2020:

Am Mittwoch, den 26.08.2020 haben sich die Mitglieder der Interessensgemeinschaft „Neue Radkersburger Bahn“ in Purkla bei Meli´s Bahnhofsbeisl zur Clubsitzung getroffen. Nach der Begrüßung durch den Obmann um 17:00 Uhr haben wir unser neues Mitglied Franz Fasching aus Weixelbaum begrüßt und im Verein Willkommen geheißen. Auch sehr erfreut waren wir über den Besuch von Dipl. Ing. Hermann Paller und seiner charmanten Begleitung Frau Dr. Lindomare Hoppi aus Türnitz in Niederösterreich. Franz Paller wuchs in Purkla auf und hat akkurat in dem Bahnhof seine Jugendzeit verbracht, indem wir unsere Clubsitzung abgehalten haben. Er hat uns Interessantes aus seiner Jugend und seinem Bahnbezug erzählt, zumal sein Vater der letzte Bedienstete des Bahnhofes Purkla war. Wir freuen uns auch Hermann Paller und Frau Lindomare Hoppi als neue Mitglieder begrüßen zu dürfen.

Mit einem Saldo von € 8064,41,- per 24.08.2020 sind unsere Finanzen auf unserem Clubkonto stabil wie immer. Die Ansuchen auf Vereinsförderungen an die Gemeinden Bad Radkersburg, Mureck und Murfeld (Strass i.d. Stmk) werden zeitnah an die Bürgermeister versendet und sichern uns in Zusammenhang mit den Clubbeiträgen auch im kommenden Jahr wieder ein Budget, mit dem man ordentlich arbeiten kann.

Bezüglich Öffentlichkeitsarbeit haben wir in der Covid 19 Zeit folgende Beiträge verfasst und teilweise in den Medien platzieren können:

            08.02.2020 Warum keine Doppelstockwaggons für die Radkersburger Bahn?

            23.03.2020 Sonderfahrplan Covid 19 auf unserer Strecke

            30.03.2020 Streckensanierung 30.03. – 26.04. aufgrund Covid 19 abgesagt

            29.03.2020 Die Geschichte der Sulmtalbahn

            31.03.2020 Railchecker (Gleismesszug) war auf der Radkersburger Bahn

            17.04.2020 Missing Link anno 2020

            24.04.2020 Vectron Schulung der Grazer Triebfahrzeugführer

            28.04.-29.05.2020 Cityjet Eco auf der Radkersburger Bahn

            15.06.2020 Neue La´s (Langsamfahrstellen) auf der Radkersburger Bahn

            24.06.2020 Menschenbilder der Radkersburger Bahn, Portrait Luis Kostenz

Die Beiträge zu diesen Themen können Sie gerne auf unserer Homepage

 http://neue.radkersburger-bahn.at/

unter dem Menüpunkt Aktuelles

http://neue.radkersburger-bahn.at/News.aspx dauerhaft nachlesen und auch die Bilder dazu betrachten.

Mit der Pensionierung des ÖBB Personenverkehr Mitarbeiters Gerhard Krenn haben wir leider einen tollen Informanten und einen verlässlichen Zugang zu den aktuellen Neuigkeiten zum ÖBB Personenverkehr verloren. Gerhard wird aber Mitglied bei unserem Verein bleiben und hat in Aussicht gestellt, dass er jetzt in seinem Ruhestand sicher öfter bei uns vorbeischauen wird. Er wird uns mit seiner Erfahrung mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.  Wir danken dem Gerhard Krenn für seine tolle und verlässliche Mitarbeit und haben uns bei ihm mit einem kleinen Geschenk bedankt. Auch in den Ruhestand getreten ist unser Rupert Tscherntschitsch, Zugbegleiter aus Schwarza, der gern und oft auch auf der Radkersburger Bahn gefahren ist. Rupert ist ein äußerst freundlicher und zuvorkommender Zugbegleiter und Kollege und hat die ÖBB schweren Herzens verlassen. Wir hoffen, dass auch er uns nun in seinem neuen Lebensabschnitt öfter besuchen wird und wünschen ihm alles Gute.

Im Juni durften wir unserem Gründungsmitglied Günter Auferbauer zum runden Geburtstag recht herzlich gratulieren. Wir wünschen ihm alles erdenklich Gute und viel Gesundheit. Günter Auferbauer hat mit seiner Gattin Luise wieder einen tollen Wanderführer produziert, der im Kral Verlag erhältlich ist, siehe dazu:

https://www.kral-verlag.at/programm/wandern-freizeit/ost-steiermark_978-3-99024-891-1-detail.html

In diesem Wanderführer hat Günter Auferbauer auch der Radkersburger Bahn und unserem Verein und unserer ehrenamtlichen Arbeit einen Platz gewidmet, wofür wir uns bei Günter und Luise Auferbauer recht herzlich bedanken möchten. Diese Information wird wieder ein kleines Stück dazu beitragen, dass unsere „Visionen“ weiter getragen und verbreitet werden.

Nach der Aufforderung der ÖBB Immobilien GmbH, dass „unser“ Waggon im Radkersburger Heizhaus eigentlich ohne Genehmigung steht und wir dessen „Existenz“ mit einem Mietvertrag legalisieren sollten, haben wir ein Ansuchen auf Miete des Heizhauses Radkersburg gestellt. Auf unser Mietansuchen vom 18.05.2020 hat die Immo GmbH vorerst nicht reagiert. Nach meiner Urgenz vom 08.06.2020 bat man mich noch um Geduld, da die interne Prüfung erst läuft. Letztlich habe ich am 07.08.2020 dann von Herrn Magister Martin Eder von der ÖBB Immo GmbH eine Absage für eine Pacht oder Vermietung des Radkersburger Heizhauses bekommen, da dies aus internen Gründen nicht möglich sei. Es wird uns aber in Aussicht gestellt, dass wir im Jahr 2021 die Lokstelle Radkersburg kaufen werden können, da es von der Immo GmbH ausgeschrieben werden wird. Bis dahin müssen wir uns überlegen, ob wir ein Kaufangebot abgeben möchten und wie dieses zu finanzieren sein könnte. Der Kaufpreis ist, so wurde mir mitgeteilt, aufgrund der besonderen Umstände günstig.

Nach der überraschenden Führerstands Mitfahrt der Frau Verkehrsministerin Leonore Gewessler mit unserem Dietmar Zweidick von Wien nach Graz hat unser Didi die Gunst der Stunde genutzt und positiv für unsere Radkersburger Bahn interveniert. Frau Gewessler hat Dietmar Zweidick zugesagt, dass sie sich gern mit uns treffen wird, um sich unsere Verbesserungsvorschläge für die Radkersburger Bahn anzuhören. Auf meinen anschließenden Brief vom 09.06.2020 hat das Ministerium vorerst überhaupt nicht reagiert, und nach zweimaliger Urgenz nach 44 Tagen einen Standard Bausteinbrief zurückgeschrieben, der nicht annähernd auf unsere Problematik eingegangen ist. 

Am 09.07.2020 haben wir beim ÖBB Personenverkehr wieder einmal darauf hingewiesen, dass der Reisekomfort in den Sommermonaten mit den City Shuttle Garnituren eine Zumutung für jeden Fahrgast ist. Die in der Abstellgruppe Nord hinterstellten Garnituren stehen im Hochsommer mit geschlossenen Fenstern in der prallen Sonne. In diesen Zügen hat es bis zu 55°C was sowohl für die Fahrgäste, wie auch für das Personal eine Zumutung ist. Wie zu erwarten war hat der ÖBB Personenverkehr auf meine Anfrage nicht geantwortet und wartet damit wahrscheinlich bis es kühler wird. Unseren Vorschlag die in Wien frei werdenden Dosto (Doppelstock) Garnituren nach Graz um zu stationieren und auf der Radkersburger Bahn einzusetzen hat man sich nicht einmal angehört, stattdessen sollen diese Garnituren nun auf der Grazer Ostbahn Richtung Feldbach-Fehring zum Einsatz kommen, und wir schauen wieder einmal durch die Finger, leider!   

30.07.2020 kam es leider im strömenden Regen und bei schlechter Sicht zu einem Zusammenstoß eines Lieferwagens mit unserem Triebwagen. Bei Kilometer 17,6 in Diepersdorf kollidierte der Lieferwagen mit der hinteren Kupplung des Triebwagens, der leider durch diesen Zusammenstoß untauglich wurde und abgeschleppt werden musste. Leider funktionierte das Notfallmanagement des Personenverkehrs überhaupt nicht gut und die Fahrgäste mussten im strömenden Regen aussteigen und hatten keinen Schienenersatzverkehr, der sie heimbrachte. Glück im Unglück, es gab keine Verletzten.

03.08.2020 Vor 100 Jahren fuhr der erste österreichische Zug nach über 20 Monaten Belagerung durch die Truppen der SHS in Radkersburg ein. Mitgekommen sind die Beamten und Oberbeamten für die Bahn, Post und Gendarmerie, die nun die Arbeit wieder in Radkersburg aufgenommen hatten. Auch mitgefahren ist unser Vertreter bei den Friedensverhandlungen in Paris Saint Germain en Laye, Vizebürgermeister Dr. Franz Kamniker und seine Gattin Christine. Entsprechende Veröffentlichungen gab es in diversen Medien.

Schienenersatzverkehr auf der Radkersburger Bahn von 03.-30.08.2020. Es wurde alle Arbeiten auf unbestimmte Zeit verschoben, lediglich die Brückenhölzer der Murbrücke bei Spielfeld wurden getauscht, die EK (Eisenbahnkreuzung) in Gersdorf wurde saniert und auch die EK in Gosdorf Richtung Deutsch Goritz wurde saniert. Alle anderen Arbeiten wurden abgesagt, weil es noch immer keine Einigung des Verkehrsministeriums mit dem Verkehrslandesrat Lang über die Weiterführung der Radkersburger Bahn gibt, während die ÖBB in allen anderen Bereichen investiert und sogar eine beträchtliche Summe für die Sanierung und Attraktivierung der Regionalbahnen zugesagt hat. Wir können nur neidisch zuschauen, wie rund um uns investiert und attraktiviert wird und müssen zwischenzeitlich mit 30 km/h auf den vielen Langsamfahrstellen unserer Radkersburger Bahn „herumdodeln“ weil sich unsere Politiker nicht einig werden.

Aufgrund Covid 19 mussten wir leider alle unsere Jubiläumsaktivitäten für 2020 absagen. Für die vier runden Jahrestage,

            75 Jahre Sprengung der Radkersburger Eisenbahnbrücke

                                   135 Jahre Radkersburger Bahn

                                   100 Jahre Befreiungszug nach SHS Belagerung

                                   130 Jahre Radkersburg-Luttenberg

möchten wir wenigstens eine Ausstellung produzieren. In Kooperation mit dem Museum im alten Zeughaus haben wir geplant, dass wir vielleicht im alten Magazin am Bahnhof Bad Radkersburg diese Ausstellung platzieren werden. Wie üblich hat die ÖBB Immobilien GmbH der ehrenamtlichen Arbeit unseres Vereines gleich einmal präventiv eine Absage erteilt und mit einem lapidaren Vierzeiler aufgrund des Denkmalschutzes abgesagt. Nach Rücksprache mit Frau Dipl. Ing. Silvia Hudin vom Bundesdenkmalamt (BDA) hat sie mir ihre Unterstützung zugesagt und begrüßt eine Ausstellung in den unter Schutz gestellten Räumlichkeiten, sofern das Objekt nicht umgebaut oder verändert werden muss. Weiters habe ich um eine schriftliche Stellungnahme bei der Stadtgemeinde Bad Radkersburg angefragt, da diese mannigfaltig Arbeiten für die ÖBB vom Winterdienst angefangen bis zu Reinigung des Warteraumes übernehmen musste und es da wohl das Mindeste wäre, dass die Gemeinde dafür im Gegenzug wohl das ohnehin leerstehende Objekt für einen Monat zur Verfügung gestellt bekommen würde.

Letztlich bitte ich noch um Vorschläge für die Abhaltung unserer Generalversammlung Anfang November 2020. Wir müssen einen neuen Vorstand wählen und die nächste Funktionsperiode planen. Bitte gebt mir Bescheid, wo wir hingehen sollen und welcher Termin günstig wäre.    

Am Samstag, den 29.08.2020 bin ich im Radio Agora in einem Interview zu hören und spreche eine Stunde lang mit Mateja Mocnik über die Interessensgemeinschaft „Neue Radkersburger Bahn“ und die Bahnverlängerung von Bad Radkersburg nach Gornja Radgona. zu hören auf der Freuquenz 92,6 MhZ im Raum Bad Radkersburg oder auch im Internet unter:

https://www.agora.at/news/detail/agora-spezial-durch-geschichte-und-kultur-i-skozi-zgodovino-in-kulturo

Das war es nun auch schon wieder, alles Gute und beste Grüße von der Radkersburger Bahn,

Armin klein, Obmann der

Interessensgemeinschaft

„Neue Radkersburger Bahn“

 


Clubsitzung am 26.08.202026.08.2020

Geschätzte Mitglieder der Interessensgemeinschaft "Neue Radkersburger Bahn",
liebe Freunde der Radkersburger Bahn,
sehr geehrte Damen und Herrn,

sehr gerne möchte ich Sie zur ersten Clubsitzung der IG "NRB" im Coronajahr 2020 einladen. Wir treffen uns diesmal in Purkla, der wohl einzigen Bahnhofsrestauration, die gar keinen Bahnhof hat. Wenn das Wetter gut ist können wir draußen neben dem Gleis unter dem Lindenbaum sitzen, wenn es zu heiß oder zu schiach ist können wir auch drinnen im Extraraum mit jeweils einem Platz Abstand dazwischen sitzen. Es herrscht in den Innenräumen mit Abstand keine Maskenpflicht, ohne aber schon!

Ich denke, dass wird mit Abstand die lustigste Clubsitzung im heurigen Jahr! Wir sehen uns am 26.August 2020 ab 17:00 Uhr in Purkla. Es gibt für uns ein gutes Gulasch und ich habe eine Gibanica bestellt, da die Wirtsleute Untersteirer sind und diese Süßspeise geradezu perfekt beherrschen. Wir werden zuerst speisen, damit auch die "Nachkommen" kein Informationsdefizit erleiden und wir ungefähr um 18:00 Uhr mit dem offiziellen Teil anfangen können. Ich freu mich auf ein Wiedersehen und bitte um kurze An- Abmeldung, damit ich genug Babyelefanten in Schönbrunn bestellen kann.

Es freut sich auf ein Wiedersehen und auf rege Teilnahme,
Armin klein, Obmann der Interessensgemeinschaft
Neue Radkersburger Bahn
NS: Bitte um kurze Rückmeldung ob ja/nein

100 Jahre Befreiungszug Radkersburgs03.08.2020

03.August 1920, ein Jubeltag für die Radkersburger

Dr. Franz Kamniker, geboren am 16.09.1870 in Radkersburg als Sohn eines Kaufmannes besuchte das Gymnasium in Graz und promovierte 1895 nach dem Medizinstudium ebendort zum Doktor der Allgemeinmedizin. Er kam als Arzt 1896 in das neue Krankenhaus nach Radkersburg und wurde dort bereits 1899 Primarius. Dr. Franz Kamniker war seit dem Jahr 1901 Mitglied des Gemeinderates von Radkersburg und ab 1912 Bürgermeister Stellvertreter. Ab 1921 war Franz Kamniker sogar selber Bürgermeister und ab 1923 auch Abgeordneter im Steiermärkischen Landtag.    

Nachdem am 11.11.1918 der Krieg nun endgültig verloren war und die österreichisch-ungarische Monarchie als besiegte Macht zerfiel wurde am 18.Jänner 1919 in Paris St. Germain en Laye eine Friedenskonferenz eröffnet. Diese sollte die Grenzen in Europa neu definieren und unter Berücksichtigung von ethnischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten ein neues Europa im Sinne der Bevölkerung und im Interesse derselben gestalten. Die deutschösterreichische Regierung wurde am 02. Mai eingeladen Vertreter zu entsenden, die die von den Siegermächten festgesetzten Friedensbedingungen prüfen sollten. Von der steirischen Landesregierung wurde Franz Kamniker am 03.Mai 1919 als „Vertreter der untersteirischen Interessen“ entsannt. Er setzte sich als geborener Radkersburger mit viel Herzblut und Engagement gegen die ungeliebte Besetzung der Süd- und Untersteiermark durch die Truppen der SHS ein und wollte stets den deutschen Charakter der Region aufgezeigt wissen. Er war auch schon von 09. bis 12. Dezember 1918 als Wirtschaftskommissär in Laibach bei den Verhandlungen dabei, bei denen verkehrs- und wirtschaftspolitische Fragen zwischen Deutschösterreich und dem neu gegründeten Staat der Slowenen, Kroaten und Serben abzuklären waren. Dr. Franz Kamniker reiste am 12.Mai 1919 durchaus positiv gestimmt mit den anderen Vertretern nach Paris St. Germain und wartete die Übergabe der Friedensbedingungen ab um diese dann prüfen und ggf. beeinspruchen zu können.

Der erste Entwurf dieser Friedensbedingungen übertraf die schlimmsten Befürchtungen und benachteiligte die süd- und untersteirischen Gebiete massiv. Nach dieser Vorlage sollte das gesamte Gebiet von Spielfeld bis Radkersburg dem neugegründeten Staat der SHS zugesprochen werden. Dieses Gebiet war vor allem wegen der Radkersburger Bahn  begehrt, stellte diese damals 34-jährige Bahnlinie doch die einzige Möglichkeit dar um aus dem Gerichtsbezirk Luttenberg in das damalige Verwaltungszentrum Marburg zu kommen. Die deutschösterreichischen Delegierten sollten nun Gegenvorschläge dazu einbringen und mit fundierten Argumenten begründen. Nach langen Beratschlagungen wollte man die Delegation dazu bringen, die Bevölkerung selber entscheiden zu lassen, ob diese bei Deutschösterreich verbleiben wolle, oder sich dem neu gegründeten Staat der SHS anschließen sollte. Franz Kamniker wollte das „Selbstbestimmungsrecht für die Regionen“ nach Absprache mit der Landesregierung durchsetzen und schlug eine regionale Abstimmung vor. Man versuchte dabei das Abstimmungsgebiet so zu wählen, dass es sehr wahrscheinlich war eine satte Mehrheit für den Verbleib bei Deutschösterreich zu erreichen  und somit das Gebiet von Marburg bis Spielfeld und Radkersburg nach Deutschösterreich zu „retten“. Die Chance auf eine Abstimmung stand anfangs auch recht gut. Dr. Franz Kamniker erarbeitete am 09.Juni 1919 die berühmte „Denkschrift über die Steiermark“ in der er nicht nur die ethische Zugehörigkeit der Region zu Deutschösterreich unterstrich, sondern auch mit wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Argumenten einen Verbleib bei Deutschösterreich argumentierte. Zu guter Letzt wies er noch auf die zahlreich vorhandenen Bitttelegramme derjenigen Gemeinden hin, die sich schon früh zu Deutschösterreich bekannt haben. Auch die Miles Kommission, eine Abordnung der Siegermächte unter der Leitung des amerikanischen Oberstleutnant Sherman Miles selber hat sich ja vom deutschen Charakter der Region durch einen Besuch in Radkersburg am 20.Jänner 1919 ein Bild machen können. Franz Kamniker wurde leider am 10.06.1919 aus Kostengründen zurück nach Österreich geschickt. Er kehrte in der Meinung zurück, dass sein Argumentarium bei den Siegermächten Berücksichtigung in den weiteren Verhandlungen finden würde. Kamnikers Denkschrift über die Steiermark wurde aber unglücklicher Weise nicht behandelt. Am 20.Juli 1919 wurden sodann der österreichischen Delegation die vollständigen Friedensbedingungen überreicht. Diese bestätigten den Verlust der gesamten Region zwischen Radkersburg und Spielfeld, obgleich doch eine Abstimmung zuvor in Aussicht gestellt wurde. Leider reagierte man seitens Deutschösterreichs nicht rechtzeitig auf dieses Versäumnis und intervenierte hier nicht sofort.

Sechs Tage später reiste Dr. Kamniker neuerlich nach Paris, um bei der Ausarbeitung der endgültigen österreichischen Entgegnung mit zu arbeiten. Diese Arbeit wurde am 06.August 1919 den Siegermächten übergeben und hatte zum Inhalt, dass die Situation in der Untersteiermark derer in Kärnten sehr ähnlich sei und nach dem Gleichheitsprinzip auch hier unbedingt eine Volksabstimmung abzuhalten sei. Die Abstimmung sollte im Marburger Becken und in Radkersburg erfolgen. Desweiteren stellte man inhaltlich die wirtschaftlichen Nachteile durch diese Grenzziehung dar und wollte auch die ethnischen Grenzen hauptaugenmerklich ins Interesse rücken. Nun wurde auch die Denkschrift über die Steiermark, verfasst von Dr. Franz Kamniker, dieser schriftlichen Entgegnung mit eingeflochten und als Argumentarium mitübernommen.  Während die Siegermächte, die alles entscheidenden Verhandlungen abhielten, fuhr Dr. Kamniker wieder nach Österreich zurück und hoffte auf eine Korrektur der Grenzziehung, sodass Marburg und Radkersburg doch noch bei Deutschösterreich verbleiben durften. Da man aber nach viel hin und her keine Einigung über die Abstimmungsgrenzen finden konnte verhandelte die österreichische Delegation letztendlich einen Kompromiss ohne Abstimmung aus, der Marburg bei Jugoslawien beließ, während das linke Murufer mit Mureck und Radkersburg Deutschösterreich zugesprochen werden sollte. Am 29. August 1919 war es zur einzigen Grenzkorrektur im Friedensvertrag von St. Germain gekommen, weil man dem österreichischen Einspruch zustimmte, da sich Radkersburg seinen wirtschaftlichen Grundsätzen und seinem Zugehörigkeitsgefühl mehr nach Österreich orientiere. Offensichtlich war es der Denkschrift für die Steiermark von Dr. Franz Kamniker zu verdanken, dass die Friedensdelegation für einen Verbleib von Radkersburg bei Österreich entschieden hat und demnach die eigentlich beschlossene Grenzziehung auch tatsächlich dahin korrigiert wurde.

Der natürliche Verlauf der Mur wurde nun als Staatsgrenze herangezogen und der Friedensvertrag von Paris Saint Germain en Laye am 10. September 1919 ratifiziert. Letztlich wurde noch ein Grenzregulierungsausschuss eingerichtet. Dieser Ausschuss sollte bei Einstimmigkeit der beiden Staaten noch Grenzkorrekturen zulassen, sofern man sich beidseitig einigen würde. Die Jugoslawen traten jedoch leider in keinerlei Verhandlungen mit Österreich ein wonach die Grenze also genau so verblieb. Obgleich im Tauschwege Gebiete im Raum Grosswalz-Soboth, wie auch Sicheldorf, und Laafeld für das Abstaller Becken angeboten wurde und den Jugoslawen auch eine Bahnverbindung von Radkersburg nach Murska Sobota auf Kosten der Österreichischen Regierung zugesagt wurde, kam es zu keiner Änderung der beschlossenen Grenzen mehr und der Friedensvertrag vom 10.September 1919 war nun endgültig fixiert. Trotz dieser unmissverständlichen Entscheidung ließen die Truppen der SHS noch bis Ende Juli 1920 Radkersburg besetzt und verließen die Stadt erst am 26.07.1920. Zuvor marschierten sie aber noch am 18.Juli 1920 in die unbesetzten Gebiete des  Abstaller Feldes ein ohne aber wie zuvor vereinbart Radkersburg zu räumen. Aus Protest darüber rissen unbekannte Täter in der Nacht vom 18. auf 19 Juli 1920 die Bahngleise der Radkersburger Bahn bei Kilometer 12,7 in Misselsdorf auf. Eine Zugsentgleisung des Morgenzuges war die Folge und blockierte folglich die eingleisige Strecke.  

Nach der gefühlt unendlich langen Zeit der Belagerung Radkersburgs durch die Truppen der SHS konnte nun endlich der erste österreichische Zug von Graz nach Radkersburg am 03.August 1920 feierlich empfangen werden. Dieser brachte unter dem Jubel der Bevölkerung die Beamten für die Bahn, Post und Gendarmarie, sowie viele, viele Ehrengäste nach Radkersburg. Mit diesem Zug kehrte auch Dr. Franz und Gemahlin Christine Kamniker zurück nach Radkersburg in die Heimat. Alle Bahnhöfe waren festlich geschmückt und mehrere tausend Leute empfingen den ersten österreichischen Sonderzug aus Graz. Dr. Franz Kamniker ist es wohl zu verdanken, dass Radkersburg – Mureck und Spielfeld deutsch geblieben ist. Vom Radkersburger Bahnhof zogen die Festgäste auf den Radkersburger Hauptplatz, durch fahnengeschmückte Gassen und vorbei an festlich geschmückten und bekränzten Häusern, wurden dann am Hauptplatz die Ansprachen und Festreden abgehalten. Laut seinerzeitigen Zeitungsberichten nahmen an dieser „Befreiungsfeier“ zehntausend Personen teil.

Fotos: Fotosammlung Richard Prettner, Museum im alten Zeughaus, Fotosammlung F. Bund, Museum im alten Zeughaus sowie und Foto-, Dokumenten-, und Requisitensammlung Armin klein, alle 8490 Bad Radkersburg.


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