Cityjet eco auf der Radkersburger Bahn07.05.2020
Von 28.April bis 29.Mai 2020 fährt der batteriehybride Cityjet eco auf der Radkersburger Bahn. Dieses fast emissionslose Fahrzeug ist kaum zu hören, produziert im Fahrbetrieb keine Abgase und ist mit WLAN, Steckdosen, CO2 gesteuerter Klimaanlage top ausgerüstet. Ein Vergnügen für die Fahrgäste. Hier einige Fotos der letzten Tage:
Vectron Schulung in Graz24.04.2020
Von 2020 bis zum Frühjahr 2021 wird der Karawanken Tunnel in Kärnten saniert und auf ein Gleis zurückgebaut. Der Güterverkehr Richtung Süden wird während der Bauzeit über Spielfeld-Straß umgeleitet. Aus diesem Grund werden die Grazer Triebfahrzeugführer auf der neuen Vectron geschult. Aus gesundheitlichen Gründen (Corona Virus) darf immer nur ein Triebfahrzeugführer auf die Lok und absolviert die Schulungsfahrt auf dem werktäglichen Zugspaar 44453/44452. Ich bin heute mit meiner Kamera ausgerückt und habe die neue Lok geknipst. Zur Auflockerung sind auch einige andere Bilder dabei, die ich dabei heute so aufgeschnappt habe. Viel Spaß beim durchsehen  
Desiro Dreifachtraktion auf der Radkersburger Bahn17.04.2020

Am 18. und 19. April wird auf der Radkersburger Bahn gebaut. Aus diesem Grund wurden gestern am Abend die drei Desiro Triebwägen zusammengefasst und in einer Dreifachtraktion nach dem letzten Planzug (4199) um 22:05 Uhr nach Graz rück überstellt. Trotz der Dunkelheit konnte ich von der ersten Dreifach Triebwagentraktion der Geschichte der Radkersburger Bahn ein Foto machen, das Video ist leider aufgrund der Dunkelheit extrem schlecht geworden....leider!

Missing Link anno 202017.04.2020

Missing Link anno 2020:

Noch immer fehlt die Radkersburger Eisenbahnbrücke – die steirische Verkehrspolitik ist gefordert

 

Vor 75 Jahren, am 17. April 1945 – rund drei Wochen vor Kriegsende –, wurde die in Radkersburg über die Mur führende Eisenbahnbrücke von der Deutschen Wehrmacht gesprengt. Trotz dieser Zerstörung rückte die Rote Armee unverzüglich in die Süd-Steiermark weiter vor nach Graz. Dieselbe grenzüberquerende Brücke wurde bis heute nicht wiederhergestellt. Die derart fehlende Radkersburger Eisenbahnbrücke ist das „größte Missing Link“ im südsteirischen Bahnnetz.

Im Zweiten Weltkrieg war auch die Radkersburger Bahn, Spielfeld – Radkersburg – Luttenberg (Ljutomer), ein strategisches Ziel der Alliierten. Die rund 56 Kilometer lange Bahnstrecke diente der Deutschen Wehrmacht als Nachschublinie und zusätzlich, wenn die Südbahn unterbrochen war, als Ausweichstrecke. Folglich war die Radkersburger Bahn, insbesondere gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, immer öfter ein Ziel der alliierten Luftstreitkräfte.

Am 24. Oktober 1943 überflogen erstmals amerikanische Bomber die Region Radkersburg, visierten jedoch Wiener Neustadt an. Am 8. Juni 1944 war die Radkersburger Eisenbahnbrücke erstmals ein Ziel alliierter Fliegerangriffe. Jedoch verfehlten die sechs abgeworfenen Bomben ihr Ziel. Ab Dezember 1944 war die strategisch wichtige Radkersburger Bahn erneut und mehrmals aus der Luft angegriffen worden, wurde aber insgesamt nicht ernsthaft beschädigt.

Beim Tieffliegerangriff vom 11. Dezember 1944, zwischen Weixelbaum und Diepersdorf (die Haltestelle „Diepersdorf“ war einen Monat und elf Tage zuvor eröffnet worden) kam der Zugführer Alois Kisilak ums Leben. Sieben Tage später, am 18. Dezember 1944, wurde die Eisenbahnbrücke bei Spielfeld von den Alliierten bombardiert; der Betrieb der Radkersburger Bahn blieb mehrere Tage unterbrochen. Ab Jänner 1945 zielten alliierte Bomber zunehmend auf die Bahnlinie Spielfeld – Radkersburg – Luttenberg (Ljutomer) und darüber hinaus: Bei einem Tieffliegerangriff nahe Pettau (Ptju), am 7. Februar 1945, verlor der Radkersburger Lokomotivführer August Vucsina sein Leben. Vucsina – er hätte planmäßig nicht auf der Lok sein sollen, sondern war der Ersatzmann für einen nicht zum Dienst erschienenen Lokführer – hinterließ eine Frau und sechs Kinder.

Am 14. Februar 1945 war der Bahnhof Radkersburg Ziel eines Luftangriffes: Nahe am Bahnhof detonierte eine Bombe und riss in die Erde einen Krater von mehreren Metern Durchmesser. Der Bahnhof blieb fast unbeschädigt.
Um diese Zeit verschlechterte sich die militärische Lage der Deutschen Wehrmacht von Stunde zu Stunde. Die 2. und die 3. Ukrainische Front der Sowjest trieben die 4. Armee der deutschen Heeresgruppe Süd vor sich her.

Am 30. März 1945, ein Karfreitag, gab es erstmals einen Evakuierungsbefehl für die zivile Bevölkerung: Frauen und Kinder sollten sich am Bahnhof Radkersburg einfinden, um mit einem Zug (Planabfahrt 18 Uhr) in Sicherheit gebracht zu werden. Rund um den Radkersburger Bahnhof war schon deutlich Kampflärm zu hören. Jedoch erst zu einer Nachtstunde fuhr der mit Frauen und Kindern besetzte Zug in Richtung Deutschlandsberg los, wohl deshalb so spät, um im Schutz der Dunkelheit und damit bestmöglich unerkannt zu bleiben.

Bereits am 4. April 1945 drangen russische Soldaten über Cankova vor, standen alsbald in Laafeld, somit vor den Toren von Radkersburg. Ab 11.15 Uhr lag die Stadt erstmals unter schwerem Artilleriebeschuss. Die deutschen Truppen sammelten sich bis zum 6. April nördlich von Radkersburg, griffen tags darauf, bei Cankova, die Russen an, um diese zurückzudrängen. Erfolglos! Tags darauf nahmen russische Kräfte den Ort Pölten (nahe Klöch) ein und drängten, nun verstärkt, gegen die Stadt Radkersburg. Am 13. April 1945 fiel der Ort Laafeld. Es gab schwere Gefechte am Bahndamm bei Mitterling. Die Deutschen wollten die Russen daran hindern, die Stadt Radkersburg einzunehmen. Auf Druck der Roten Armee zogen sich, in der Nacht vom 14. auf den 15. April, deutsche Soldaten nach Gornja Radgona (am rechten bzw. slowenischen Ufer der Mur) zurück. Am Morgen des 15. April marschierten sowjetische Truppen in der Stadt Radkersburg ein. Am selben Tag, nach einem letzten Gefecht am Grazer-Tor-Platz, sprengten deutsche Pioniere die Mur-Straßenbrücke, um sich den Rücken freizuhalten. Die Stadt Radkersburg, am linken Ufer der Mur gelegen, war nun dem Dauerbeschuss der Deutschen ausgesetzt: Vom Oberradkersburger Schlossberg feuerten Scharfschützen auf alles, was sich in der Langgasse bewegte. Die Russen reagierten strategisch und näherten sich umwegig – über den Tabor, durch private Häuser, die Emmenstraße und Bindergasse –, schlugen riesige Löcher in Häuser und Mauern, um sich im Schutz von Häuserzeilen den am rechten Mur-Ufer verschanzten Deutschen nähern zu können.

Am Dienstag, dem 17. April 1945, fiel auch die Radkersburger Eisenbahnbrücke der Deutschen Wehrmacht zum Opfer: Zwar wurde der deutsche Täter erwischt und während seiner Flucht erschossen. Jedoch konnte die von ihm an einem Brückenpfeiler-Fundament eingeleitete Sprengung nicht mehr verhindert werden.

Noch bis zum 24. April 1945 lag Radkersburg unter schwerem Beschuss aus Richtung Gornja Radgona (Oberradkersburg) und dem gleichnamigen Schloss. Erst am 8. Mai 1945 verließen die deutschen Truppen Gornja Radgona. Noch am selben Tag wurde die Eisenbahnbrücke benutzbar gemacht: Auf das Gleis der geknickten Eisenbahnbrücke wurden Holzbretter gelegt. Auf dieser Notkonstruktion konnten Fußgänger und leichte Fuhrwerke die jeweils andere Seite der Mur erreichen.

Im Jahr 1947 wurde der österreichische Teil der ruinierten Eisenbahnbrücke abgetragen. In den 1950er-Jahre wurde der slowenische Brückenteil zurück „an Land“ gezogen und später demontiert.

Anlässlich der Podiumsdiskussion in Bad Radkersburg, im Mai 2013, äußerte Günter Auferbauer (Graz) zur Gegenwart und Zukunft der Radkersburger Bahn:

„Stellen Sie sich vor, die Sprengung vom 17. April 1945 wäre der Deutschen Wehrmacht misslungen: Wir würden in Radkersburg mit dem Zug über die Mur nach Slowenien fahren, als wäre es das Normalste auf dieser Welt!“

Stattdessen sieht die steirische Verkehrspolitik an diesem Netz-Loch vorbei.

 Armin klein, Obmann der Interessensgemeinschaft „Neue Radkersburger Bahn“

Foto © Museum im alten Zeughaus 8490 Bad Radkersburg und  Fotosammlung Ferdinand Filipitsch

Radkersburger Bahn 203003.04.2020

Geschätzte Mitglieder der Interessensgemeinschaft "Neue Radkersburger Bahn",

liebe Freunde der Radkersburger Bahn,

sehr geehrte Damen und Herrn,

gegenwärtig arbeite ich an einem Konzept namens "Radkersburger Bahn 2030" um die wünschenswerteste und optimalste Entwicklung unserer Lokalbahnlinie zu skizzieren und darzustellen. Neben dem zwingend erforderlichen Bahnanschluss nach Gornja Radgona und der Ökologisierung der Radkersburger Bahn durch Einsatz hybrider Fahrzeuge (Batterie- oder Wasserstoffantriebe) ist auch eine Attraktiverung der Bestandsstrecke zwingend erforderlich. Durch den stetig anwachsenden Individualverkehr und der dadurch bedingten Steigerung der Fahrzeiten mit dem PKW Richtung Leibnitz und Graz gewinnt der Bahnverkehr zusätzlich an Bedeutung. Wird die Radkersburger Bahn schneller, werden wir auch mehr Fahrgäste gewinnen können. Dazu müssen wir die Streckengeschwindigkeit auf unserer Radkersburger Bahn aber erhöhen. Dies ist nur realisierbar, wenn wir möglichst viele Eisenbahnkreuzungen technisch sichern, schließen oder zusammenlegen. Ich habe in einigen Arbeitsblättern daher zusammen gefasst, wie uns das gelingen könnte. 

Als Dateianhang sende ich Euch meine Überlegungen zu diesem Thema und eine kurze Erläuterung:

Gegenwärtig bestehen 60 Eisenbahnkreuzungen auf der Radkersburger Bahn

Davon sind 13 Eisenbahnkreuzungen (EK) schon technisch gesichert = 47

Von diesen 47 EK plane ich 12 technisch ( Kosten € 3,6 Mio.)  zu sichern = 35

Von diesen 35 EK können dafür weitere 31 geschlossen, verlegt oder umgeleitet werden = 4

Lediglich 4 Eisenbahnkreuzungen können nach meinen Überlegungen ohne technische Sicherung bestehen bleiben. Diese 4 Kreuzungen bewirken, dass nur 600 Meter Strecke nicht mit 100 km/h Streckengeschwindigkeit befahren werden dürfen, was zeitlich. also für die Gesamtfahrzeit gesehen, durchaus vertretbar ist.

Mit dieser Investition in die Zukunft der Radkersburger Bahn (bis 2030) können wir die Fahrzeit von Bad Radkersburg nach Spielfeld-Straß (30,6 Kilometer) auf rund 30 Minuten senken, was eine Gesamtfahrzeit von Bad Radkersburg nach Graz (78km) von 70 Minuten bedeuten würde. Durch den Einsatz der batteriehybriden Elektrotriebwägen Cityjet eco könnten wir außerdem zu den pendlerspezifischen Zeiten jede Stunde einen direkten Zug (ohne Umsteigen in Spielfeld-Straß), und tagsüber alle zwei Stunden von und nach Graz Hbf. fahren. In weiterer Folge und zeitlich langfristig gesehen wäre es auch wünschenswert, über eine Schleife in Spielfeld-Straß nachzudenken. Diese könnte die Radkersburger Bahn direkt mit der Südbahnlinie und der Haltestelle Ehrenhausen verbinden, was noch einmal einen "Fahrzeitgewinn" von zusätzlichen 5 bis 10 Minuten pro Fahrt bedeuten würde, aber dazu zu einem späteren Zeitpunkt. Bis dahin danke ich recht herzlich und bitte um Vorschläge und weitere Ideen und Einwendungen zu diesem Thema. Recht herzlichen Dank und bis bald,

Armin klein, Obmann

IG "NRB"   

 

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