Neue Radkersburger Bahn

Das Können und das Wollen rund um die Radkersburger Bahn!

Die Zukunft einer der letzten Nebenbahnen in Österreich, der Radkersburger Bahn, steht in den Sternen. Fehlende politische Zugeständnisse, die fehlende Flexibilität des Unternehmens ÖBB die Linie effizienter betreiben zu können und schlussendlich der Wahn, um jeden Preis einsparen zu müssen bringen Unsicherheiten, Gerüchte und Spekulationen rund um das Thema „Sein oder Nichtsein“ der 31 km langen S-Bahnlinie in die südsteirische Thermen- und Gesundheitsregion.

Die Ausgangslage

Noch vor wenigen Jahren feierten wir in Mureck das Jubiläum 125 Jahre Radkersburger Bahn und blickten stolz auf die bewegte Geschichte der Lokalbahnlinie von Spielfeld nach Radkersburg zurück. Im gleichen Jahr begingen wir auch das Jubiläum 120 Jahre Radkersburg–Luttenberg, doch schon knapp ein Jahr später war es mit der Feierlaune vorbei. Frau BM Doris Bures und ÖBB CEO Christian Kern verlautbarten stolz den Zielnetzplan 2025+ und somit die Marschrichtung des Unternehmens ÖBB. In diesem zukünftigen Netz der Bundesbahn ist leider kein Platz für die Radkersburger Bahn. Nach dem Auslaufen der Verkehrsdienstverträge mit dem Land Steiermark im Jahr 2018 soll kein ÖBB-Zug mehr diese Strecke befahren.

Zukunftsängste

Doch wie soll es dann weitergehen? Kann die Bahnlinie von einem anderen Eisenbahnunternehmen übernommen werden? Stimmt es, dass die Postbus AG schon um die Lizenz für den Personenverkehr anstelle der Radkersburger Bahn angesucht hat? Wird man möglichen Nachfolgeunternehmen wie die STLB oder die GKB ausbremsen, damit ein Bahnbetrieb erst gar nicht möglich gemacht werden kann? Oder bleibt vielleicht sogar die ÖBB Hausherr auf der Radkersburger Bahn?

Bei der Podiumsdiskussion im Mai 2013 zum Thema „Die Zukunft der Radkersburger Bahn“, bei der neben Univ. Prof. Dr. Harald Eicher, Günter Auferbauer, Lambert Schönleitner und Jakob Holzer auch wir in der Expertenrunde vertreten waren, wurde eindeutig konstatiert, dass ein Verbleib der Radkersburger Bahn für die Entwicklung dieser Gesundheits- und Tourismusregion zwingend notwendig wäre, um auch der demografischen Entwicklung (13,9% Abwanderung bringen die ehemalige Bezirkshauptstadt auf den unrühmlichen dritten Platz bundesweit) sinnvoll entgegenwirken zu können. Umso erstaunlicher scheint hier die Tatsache, dass regional Verantwortliche offensichtlich keine Eile haben dahingehend auch nur irgendetwas zu unternehmen.

Entgegensteuern

Daher werden wieder wir von der Interessensgemeinschaft „Neue Radkersburger Bahn“ (kurz IG „NRB“) die Akzente setzen und für den langfristigen Erhalt der Radkersburger Bahn aktiv eintreten. Nach der Expertenrunde im Mai 2013 möchten wir eine Podiumsdiskussion mit den hiesigen Regionalpolitikern im Herbst 2014 veranstalten und zuvor eine Fahrgastbefragung auf der Radkersburger Bahn durchführen. Wünsche, Anregungen aber auch Beschwerden sollen gesammelt und ausgewertet werden. Danach möchten wir auch die Bevölkerung fragen, was passieren müsste, damit sie auf die Bahn umsteigen würden. Die Ergebnisse sollen bei der Podiumsdiskussion im Herbst 2014 veröffentlicht werden. Wir hoffen damit die regionalen Bedürfnisse erheben zu können, um so den Fehlentwicklungen (bspw. 42 Minuten Fahrzeit zur Absicherung der ÖBB Pünktlichkeitsstatistik,...) entgegen zu steuern.

Wir vor Ort

Die Interessensgemeinschaft „Neue Radkersburger Bahn“, mittlerweile schon seit fast fünf Jahren für die Belange der Radkersburger Bahn und ihrer Kunden aktiv im Einsatz, sieht sich als lokales Bindeglied für Fahrgäste, Anrainer und die Gesundheits- und Tourismusregion Radkersburg gegenüber dem Bahnbetreiber (ggw. ÖBB) und kann als Experte vor Ort die Probleme und Wünsche der Bahnkunden in kurzen Wegen an die richtige Stelle bringen. Da wir selbst fast täglich in den Zügen anzutreffen sind, können und konnten wir rasch und unbürokratisch helfen und so Verbesserungen und Attraktivierungen für den Bahnverkehr erwirken. Eine langfristige Absicherung des Bestandes der Radkersburger Bahn ist unser oberstes Vereinsziel! Der Wille der Bevölkerung, eine der letzten Infrastruktureinrichtungen in unserer Region abzusichern, muss eines der obersten Gebote der regionalen Politik werden und sich von einem Wahlkampfthema zu einem echten Anliegen entwickeln. Ein dahingehendes Bewusstsein in der Bevölkerung zu erzeugen, ist dabei auch eine unserer Aufgaben.


Armin klein Mag. Andreas Kügerl Hannes Klein
 
Vorstand der Interessensgemeinschaft
„Neue Radkersburger Bahn“